LAUT DENKEN…über die Zukunft des Krieges

Eine Gesprächsrunde mit Dr. Jochen Hippler, Constanze Kurz, Andreas Zumach

Die Zukunft des Krieges beginnt heute. Aktuelle Kriege, unsere politischen Systeme, die Globalisierung, ausbeuterische Verhältnisse und die Digitalisierung unserer Welt. Das alles und noch viel mehr gestaltet nicht nur unsere Gegenwart, sondern auch unsere Zukunft. So wie die kriegerischen Konflikte von heute einen Teil ihrer Wurzeln in der Vergangenheit haben. Der Kolonialismus oder der Verlauf sowie die Resultate der beiden Weltkriege sind prägnante Beispiele dafür. Um den Krieg zu überwinden, müssen wir ihn verstehen. Wer Frieden will, muss begreifen, wie Kriege entstehen, was sie begünstigt, wie sie sich entwickeln und wer von ihnen profitiert.

Ist es Zufall, dass der Nahe Osten nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches nicht mehr zur Ruhe kam? Können wir den Kolonialismus als Wegbereiter vieler Konflikte in den ehemaligen Kolonien Europas wirklich ausschließen? Wie alt ist das Ringen von Ost und West um Einfluss in der Ukraine? Sind Kriegs-Drohnen wirklich so plötzlich aufgetaucht, wie es uns erscheint? Was macht diese Kriegstechnologie vor Ort mit den Menschen und was erwartet uns, wenn sie für terroristische Zwecke genutzt wird? Welche Aussaat haben die Wohlstandsstaaten betrieben, dass der Terror heute auch sie trifft?

Wenn wir die aktuellen Kriege aus der Vergangenheit heraus verstehen, dann ist es nur logisch die aktuellen Konflikte weiter zu denken, um etwas verändern zu können.

Im ersten der vier LAUT DENKEN…Foren diskutieren der Choreograph und Regisseur Martin Stiefermann und der Autor und Dramaturg Hartmut Schrewe von MS Schrittmacher das aktuelle kriegerische Weltgeschehen, dessen Ursachen und Perspektiven, mit dem Friedensforscher Dr. Jochen Hippler, der Chaos Computer Club Sprecherin Constanze Kurz und dem UNO Experten Andreas Zumach. Die Chefdramaturgin des Saarländischen Staatstheaters Ursula Thinnes moderiert das Gespräch und führt durch den Abend.

Doch bevor die Künstler mit ihren Gästen laut über die Zukunft des Krieges nachdenken, wird als Auftakt des zweijährigen Rechercheprojektes QUO VADIS, BELLUM? die Foto – Ausstellung NIE WIEDER KRIEG?! eröffnet, die im Foyer der Alten Feuerwache bis zum Ende der Spielzeit zu sehen sein wird.

 

  1. April 2016, 18.00 Uhr – Alte Feuerwache, Saarbrücken

 Eröffnung der Fotoausstellung NIE WIEDER KRIEG?! um 17.30 Uhr

 

 Die Gäste:

PD Dr. Jochen Hippler

Portrait Jochen Hippler 1 neu

ist Politikwissenschaftler und Friedensforscher am Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg-Essen seit 2000.

Diplom Sozialwissenschaften 1980, Promotion 1986 in Politikwissenschaften. 2007 Habilitation in Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag von 1985–1990 und 1998/1999.

1993 bis 1995 Direktor des Transnational Institute (TNI) in Amsterdam.

Mitgliedschaften u.a.: Advisor des Gateway Trust (London); Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates des Pakistan Journal of Social Issues, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der Swiss Academy for Development.

Seine thematischer Arbeitsschwerpunkt ist der Zusammenhang von politischer Gewalt, Governance und politischen Identitäten, etwa religiöser oder ethno-nationaler Art, sowie militärische Interventionen westlicher Länder. Regionaler Schwerpunkt sind Naher und Mittlerer Osten, sowie Afghanistan und Pakistan.

www.JochenHippler.de

 

Constanze Kurz

Foto Constanze Kurz

ist promovierte Informatikerin und Sachbuchautorin. Sie ist ehrenamtliche Sprecherin des Chaos Computer Clubs und war als Sachverständige für den Deutschen Bundestag und das Bundesverfassungsgericht tätig. Sie arbeitet bei netzpolitik.org, einer Plattform für digitale Freiheitsrechte, zu den Themen Überwachungstechnologien, Ethik, Datenschutz und Datensicherheit sowie Wahlcomputer und elektronische Wahlsysteme. Außerdem schreibt sie die Kolumne „Aus dem Maschinenraum“, die in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erscheint. Constanze Kurz engagiert sich in der Gesellschaft für Informatik e. V. (GI) in der Fachgruppe „Informatik & Ethik” und ist Mitglied im Beirat des Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e. V

 

Andreas Zumach

Portrait andreas zumach 1

ist seit 1988 freier Journalist am UNO-Sitz in Genf, Korrespondent für „die tageszeitung“ (taz) in Berlin sowie für weitere Zeitungen, Rundfunk- und Fernsehanstalten in Deutschland, der Schweiz, Österreich und den USA. Er ist Autor mehrerer Bücher über den Irakkrieg, die UNO und internationale Konflikte (zuletzt im April 2015 erschienen: „Globales Chaos Machtlose UNO – ist die Weltorganisation überflüssig geworden?“, Rotpunkt Verlag Zürich)

 

 

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